Ich habe mich zuletzt ein wenig mit dem Thema Foodporn beschäftigt. Meine bisherigen Erfahrung teile ich gerne in einem kleinen Foodporn HowTo. 😉
Ich zeige verschiedene Perspektiven, damit jeder selbst herausfinden kann, warum einem ein Bild besser gefällt als ein anderes.

Foodporn bezeichnet Bilder von Speisen, die oft glamourös und spektakulär in Szene gesetzt sind, und den Trend, sie im Internet zu verbreiten. Die Darstellung von Essen und Lebensmitteln auf Foodporn-Bildern zielt darauf ab, Gefühle auszulösen, und betont das Aussehen vor allen anderen Eigenschaften.”
Quelle: Wikipedia

Für die folgenden Beispielen muss ich deshalb klarstellen, dass meine Frau wunderbar gekocht oder gebacken hat und die Gerichte nicht nur gut aussehen, sondern auch gut schmecken. 😉
Hier ist Ihr Kochchannel auf Instagram: https://www.instagram.com/chrissylikescooking/


Worauf kommt es an?

Hintergrund und Umgebung

Ein einfacher Kuchen aus zwei verschiedenen Perspektiven als Einstieg. Was auffällt: Der Kuchen ist etwas verloren. Die Bilder wirken “nackt”.

Daher meine erste Regel: Die Umgebung ist mindestens genauso wichtig, wie das Motiv selbst!

Für die Umgebung bieten sich neben den üblichen Utensilien wie Weinflasche, Salzsteuer, Mehl etc. auch Hintergründe und Böden an. Wenn man das Gericht auf einer dieser Folien platziert, kann direkt eine ganz andere Stimmung transportiert werden. Von Rustikal bis Clean.

Oben ein weiteres Beispiel. Der Kuchen ist schön dekoriert und es ist so viel los, dass man denkt auf einen definierten Hintergrund verzichten zu können. Aber so alleine wirkt der schöne Kuchen in der Umgebung verloren. Vielleicht hätte man diesen Kuchen auch in einem weißen Lichtzelt platzieren können, um den Hintergrund komplett auszublenden.


Beleuchtung

Die Ausleuchtung des Gerichts ist ebenfalls sehr wichtig. Schließlich kann man mit der richtigen Beleuchtung den Blick auf die richtigen Stellen lenken.

Zu Lichtzelten wie diesem hier habe ich in meinem Beitrag zum Thema “Einstieg in die Produktfotografie” etwas geschrieben. Sie können auch für Foodporn benutzt werden, sind in ihrer Tiefenwirkung aber natürlich eingeschränkt.

Im folgenden Beispiel wurde das Essen auf dem Tisch serviert. Als Dekoration im Hintergrund sind hauptsächlich Kerzen, Olivenöl, Wein und Blumen.

Die Kerzen sorgen schon für ein angenehmes Licht, sind alleine aber ziemlich dunkel und zu lokal begrenzt. Daher bietet es sich an mit einem Ringlicht zu arbeiten, wie es meine Frau im Titelbild macht.

Ringlichter gibt es in verschiedenen Größen und sorgen für eine gleichmäßigere Ausleuchtung. Das Ringlicht meiner Frau ist relativ klein, reicht aber oft schon aus und lässt sich am Smartphone befestigen. Dadurch kann die Kamera durch das Ringlicht fotografieren.

Ansonsten bieten sich alle beweglichen Lampen an, die man zu Hause hat. Dann heißt es ausprobieren. Die Entfernung und die Richtung der Lampe variieren oder die Lampe mit einem Stück Stoff dimmen, um das Licht diffuser zu machen.


Smartphone oder richtige Kamera?

Ich persönlich benutze natürlich meine Kamera. 😉 Aber meine Frau macht 95% der Bilder für ihren Instagram-Channel mit dem iPhone. Für die Bilder in diesem Beitrag habe ich sogar ein spezielles Makro-Objektiv benutzt. Das Sigma Art 70mm 2.8 DG Macro.

Grundsätzlich geht natürlich beides und ich denke viele bekannte Food-Blogger benutzen auch einfach nur ihr Smartphone.

Ein spezielles Makro-Objektiv macht es einem einfach, den Fokus auf ein bestimmtes Objekt zu legen. Durch die 70mm Brennweite (ein leichter Zoom) ist das Bild etwas komprimierter. Und durch den kurzen Abstand zum Objekt ist der Hintergrund sehr unscharf. Das hat alles – je nach Bild und Aufbau – aber nicht nur Vorteile.

Auch beim Smartphone kann man mit dem Zoom spielen und die Wirkung der Bilder ausprobieren. Außerdem können viele Smartphone-Kameras ebenfalls sehr nah an die Objekte ran. Auch das bietet sich an und erleichtert das Herausstellen des Motivs. Meine Frau fotografiert meistens im Portrait-Modus, damit der Hintergrund unscharf wird. Das klappt mal gut und mal weniger gut.

Je weitwinkeliger fotografiert wird, umso mehr kommt es natürlich auf die Deko und den Hintergrund an. Wer also richtig Spaß am dekorieren hat, kann mit der normalen Smartphone-Kamera sofort loslegen. 🙂


Fazit

Wie es eigentlich immer ist: Einfach selbst mal ausprobieren. Es ist interessant wie kleine Details ein Bild und die Wirkung verändern können. Deshalb lasse ich zum Schluss zwei Bilder zum Grübeln da. Sie sind beide nicht perfekt, aber eins gefällt mir trotzdem besser als das andere. Was macht hier den Unterschied? Farbe, Hintergrund, Deko, Symmetrie?